Darmspiegelung
Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient, wir werden bei Ihnen eine Spiegelung des unteren Verdauungstraktes durchführen. Dabei können krank-hafte Veränderungen des Dickdarmes erkannt werden. Die Untersuchung ist in aller Regel ungefährlich und wird von den meisten Patienten gut vertragen. Einer Strahlenbelastung, wie beispielsweise beim Röntgen, werden Sie dabei nicht ausgesetzt.
Untersuchungsverlauf und Verhalten nach der Darmspiegelung
Wir verwenden für die Untersuchung ausschließlich moderne Video-endoskope, d. h. flexible, an der Spitze mit einem Videochip ausgerüstete Geräte. Das Instrument wird durch den After eingeführt, Schmerzen entstehen dabei nur, wenn entzündete Hämorrhoiden oder Fissuren vorliegen.
Um die Schleimhaut besser beurteilen zu können, wird der Darm durch Eingeben von Luft entfaltet. Dies führt zu Blähungsgefühl und Windabgang, zudem kann es durch Zug und Druck auf den Darm, insbesondere bei bestehenden Verwachsungen, zu Bauchschmerzen kommen. Deshalb empfehlen wir vor der Untersuchung eine Betäubungsspritze bzw. eine leichte Kurznarkose. Dadurch werden Sie den Eingriff nicht bewusst miterleben und keinerlei Schmerzen oder Missempfindungen verspüren.
Bei zweifelhaften Befunden werden mit einer kleinen Zange Gewebsproben (Biopsien) entnommen. Schleimhautpolypen können, wenn sie nicht zu groß sind, mit der Elektroschlinge abgetragen, vergrößerte Hämorrhoiden durch Abbinden mit Gummiringen (Ligaturbehandlung) verkleinert werden. Diese Maßnahmen sind schmerzlos, Komplikationen, die weiter unten beschrieben werden, sind sehr selten.
Die Untersuchungsdauer liegt im Mittel bei 10 - 15 Minuten, sie kann bei schwierigen Verhältnissen (langer Darm, Verwachsungen) deutlich länger sein. Sofern Sie keine Betäubungsspritze bzw. Narkose bekommen haben und keine Komplikationen eingetreten sind, können Sie kurz nach der Untersuchung wieder Ihren täglichen Verrichtungen nachgehen, auch arbeiten. Haben Sie eine Betäubungsspritze oder Narkose erhalten, bleibt Ihre Reaktionsfähigkeit für mehrere Stunden, ähnlich wie nach Alkohol-genuss, beeinträchtigt.
Sie dürfen deshalb am Untersuchungstag keinesfalls ein Kraftfahrzeug steuern und keine Tätigkeiten, die eine schnelle Reaktion erfordern, ausüben. Wenn Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause fahren möchten, sollten Sie sich von Verwandten oder Freunden begleiten lassen.
Mögliche Komplikationen Wie bei jedem ärztlichen Eingriff, können auch bei der Dickdarmspiegelung Komplikationen auftreten. Sie sind selten, Sie sollten jedoch darüber informiert sein. In Einzelfällen kann es bei gestörter Blutgerinnung (krankhaft oder durch Einnahme von blutgerinnungshemmenden Medikamenten) nach einer Gewebsentnahme, besonders aber nach einer Polypabtragung, zu verstärkten Nachblutungen kommen (statistische Wahrscheinlichkeit 1 - 2% nach Polypabtragung). Diese Blutungen sind in den meisten Fällen sofort durch Unterspritzung mit gefäßkontrahierenden Medikamenten, Koagulation mit dem Argon-Beamer oder Anbringen von Metallclips zu beherrschen und erfordern keine weiteren Maßnahmen.
Bei ausgeprägten entzündlichen Schleimhautveränderungen, selten bei narbigen Veränderungen oder Verwachsungen und nach Polypabtragung, kann es zu einer Verletzung der Darmwand (Perforation -“Darmdurchbruch") kommen (statistische Wahrscheinlichkeit < 1% nach Polypektomie). In diesem Fall müssten Sie in ein Krankenhaus eingewiesen und gegebenenfalls operiert werden. Schließlich können sehr selten Überempfindlichkeitsreaktionen auf die verabreichten Medikamente (Schmerz-, Betäubungs- bzw. Narkosemittel) auftreten.
Sollten Sie nach der Untersuchung (auch nach einigen Tagen) starke Bauchschmerzen bekommen oder Blutabgang aus dem Darm bemerken, müssen Sie umgehend Kontakt mit uns oder Ihrem Hausarzt aufnehmen.
Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen (z. B. ASS/Aspirin, Rheuma- und Entzündungsmittel, insbesondere aber Marcumar/ Warfarin) dürfen Sie nach einer Polypabtragung wegen der Gefahr einer Nachlutung für 7 - 10 Tage nicht einnehmen.
Ob (z. B. bei Herz-Gefäßerkrankungen) stattdessen eine andere blutgerinnungshemmende Behandlung durchgeführt werden muss, besprechen Sie bitte bereits im Vorfeld der Untersuchung mit Ihrem Hausarzt oder direkt mit uns.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für Herzpatienten Durch kleinste Schleimhautverletzungen kann es während der Untersuchung zur kurzzeitigen Einschwemmung von Darmbakterien in den Blutkreislauf kommen. Dies ist für Herzgesunde in der Regel ohne jede Bedeutung, Patienten mit einem Herz(klappen)fehler oder einer künstlichen Herzklappe können jedoch eine Herzinnenhaut- bzw. Klappenentzündung (Endokarditis) erleiden.
Vorsorglich erhalten diese Patienten deshalb vor und nach der Untersuchung ein Antibiotikum. Patienten mit Herzkranzgefäßerkrankungen oder Zustand nach Bypass-OP ohne Klappenfehler sind hiervon nicht betroffen !
Sofern Sie noch Fragen haben - wir beantworten sie gerne!
Ihr Dr.med. L. A. Poszler und das Team der Praxis für internistische Diagnostik



