DR. MED. L.A. POSZLER

Darmspiegelung

Bei einer Dickdarmspiegelung (Sigmoido-Koloskopie) können krankhafte Veränderungen des Dickdarmes erkannt werden. Die Untersuchung ist in aller Regel ungefährlich und wird von den meisten Patienten gut vertragen. Einer Strahlenbelastung, wie beispielsweise beim Röntgen, werden Sie dabei nicht ausgesetzt.

Untersuchungsverlauf und Verhalten nach der Untersuchung

Wir verwenden für die Untersuchung ausschließlich moderne Videoendoskope, d. h. flexible, an der Spitze mit einem Videochip ausgerüstete Geräte. Das Instrument wird durch den After eingeführt, Schmerzen entstehen dabei nur, wenn entzündete Hämorrhoiden oder Fissuren vorliegen.

Um die Schleimhaut besser beurteilen zu können, wird der Darm durch Eingeben von Luft entfaltet. Dies führt zu Blähungsgefühl und Windabgang, zudem kann es durch Zug und Druck auf den Darm, insbesondere bei bestehenden Verwachsungen, zu Bauchschmerzen kommen. Deshalb empfehlen wir vor der Untersuchung eine Betäubungsspritze bzw. eine leichte Kurznarkose. Dadurch werden Sie den Eingriff nicht bewusst miterleben und keinerlei Schmerzen oder Missempfindungen verspüren.

Bei zweifelhaften Befunden werden mit einer kleinen Zange Gewebsproben (Biopsien) entnommen. Schleimhautpolypen können, wenn sie nicht zu groß sind, mit der Elektroschlinge abgetragen, vergrößerte Hämorrhoiden durch Abbinden mit Gummiringen (Ligaturbehandlung) verkleinert werden. Diese Maßnahmen sind schmerzlos, Komplikationen, die weiter unten beschrieben werden, sind sehr selten. Die Untersuchungsdauer liegt im Mittel bei 15 – 20 Minuten, sie kann bei schwie-rigen Verhältnissen (langer Darm, Verwachsungen) deutlich länger sein. Ihr Aufenthalt in der Praxis einschließlich Untersuchungsvorbereitung und anschließender Ruhezeit wird in etwa 60 – 90 Minuten dauern.

Sofern Sie keine Betäubungsspritze bzw. Narkose bekommen haben und keine Komplikationen eingetreten ist, können Sie kurz nach der Untersuchung wieder Ihren täglichen Verrichtungen nachgehen, auch arbeiten. Haben sie eine Betäubungsspritze oder Narkose erhalten, bleibt Ihre Reaktionsfähigkeit für mehrere Stunden, ähnlich wie nach Alkoholgenuss, beeinträchtigt. Sie sollten deshalb am Untersuchungstag keinesfalls ein Kraftfahrzeug steuern und keine Tätigkeiten, die eine schnelle Reaktion erfordern, ausüben. Wenn Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause fahren möchten, sollten Sie sich von Verwandten oder Freunden begleiten lassen.

Mögliche Komplikationen

Wie bei jedem ärztlichen Eingriff, können auch bei der Dickdarmspiegelung Komplikationen auftreten. Sie sind selten, Sie sollten jedoch darüber informiert sein.

  • In Einzelfällen kann es bei gestörter Blutgerinnung (krankhaft oder durch Einnahme von blutgerinnungshemmenden Medikamenten) nach einer Gewebsentnahme, besonders aber nach einer Polypabtragung zu verstärkten Nachblutungen kommen (statistische Wahrscheinlichkeit 1-2% nach Polypabtragung). Diese Blutungen sind in den meisten Fällen sofort durch Unterspritzung mit gefäßkontrahierenden Medikamenten, Koagulation mit dem Argon-Beamer oder Anbringen von Metallclips zu beherrschen und erfordern keine weiteren Maßnahmen.
    Allerdings sind Blutungen nach Polypabtragung in Ausnahmefällen (besonders bei Einnahme gerinnungshemmender Medikamente) auch mehrere Tage nach dem Eingriff möglich.
  • Bei ausgeprägten entzündlichen Schleimhautveränderungen, selten bei narbigen Veränderungen oder Verwachsungen und nach Polypabtragung kann es zu einer Verletzung der Darmwand (Perforation – „Darmdurchbruch“) kommen (statistische Wahrscheinlichkeit ca. 0,5%). In diesem Fall müssten Sie in ein Krankenhaus eingewiesen und gegebenenfalls operiert werden. Dabei würde der verletzte Darmabschnitt entfernt, je nach Lage der verletzten Stelle kann in seltenen Fällen auch die vorübergehende Anlage eines künstlichen Darmausganges notwendig werden.
  • Schließlich kann das verabreichte Betäubungs-/Narkosemittel einen Abfall des Blutdrucks, der Herzfrequenz sowie der Sauerstoffsättigung im Blut auslösen, was bei Patienten mit vorbestehenden schweren Herz- bzw. Lungenerkrankungen bedeutsam ist. Sehr selten sind Überempfindlichkeitsreaktionen (Anaphylaxie) auf die verabreichten Medikamente (Betäubungs- bzw. Narkosemittel), die eine Notfallbehandlung erfordern, möglich.

Sollten Sie nach der Untersuchung (auch nach einigen Tagen) starke Bauchschmerzen bekommen oder Blutabgang aus dem Darm bemerken, müssen Sie umgehend Kontakt mit uns oder Ihrem Hausarzt aufnehmen.

Sie erreichen uns montags, dienstags und donnerstags durchgehend von 8:30 – 18:00 Uhr, mittwochs und freitags von 8:30 – 14:00 Uhr unter der Tel.-Nr. 06102-79 99 40. Außerhalb dieser Zeiten ist eine telefonische Ansage aktiv, die Sie über den aktuellen Notdienst informiert. Die Rettungsdienstleitstelle Dietzenbach erreichen Sie unter der Tel.-Nr. 06074-19 222 oder 06074 30 43 90, den Notarztwagen unter der Tel.-Nr. 112.

Verhaltensregeln nach Polypabtragung

Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen (z. B. ASS/Aspirin, Rheuma- und Entzündungsmittel, insbesondere aber Marcumar/Warfarin und die modernen Gerinnungshemmer wie Pradaxa/Xarelto u.a.) dürfen Sie nach einer Polypabtragung wegen der Gefahr einer Nachlutung für 7-10 Tage nicht einnehmen. Ob (z. B. bei Herz-Gefäßerkrankungen) stattdessen eine andere blutgerinnungshemmende Behandlung („Thrombosespritzen“) durchgeführt werden muss, besprechen Sie bitte bereits im Vorfeld der Untersuchung mit Ihrem Hausarzt oder direkt mit uns.

Bedenken Sie bitte, dass die Abtragungsstelle eines Polyps im Darm eine Wunde ist, die einige Tage zum Abheilen braucht. Vermeiden Sie daher für 1 Woche schwere körperliche Anstrengungen, das Heben schwerer Lasten, Bauchmuskeltraining sowie stark blähende Speisen (Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Vollkornprodukte). Eine Antibiotikaprophylaxe vor der Darmspiegelung für Patienten mit einem Herz(klappen)fehler oder einer künstlichen Herzklappe wird heute nicht mehr empfohlen.

Sofern Sie noch Fragen haben – wir beantworten sie gerne !

Ihr Dr. Poszler und das Team der Praxis für internistische Diagnostik

Patienteninformation Dickdarmspiegelung